Von:
Uta Schmechta

e-fruehling.de

Ein gleitender Übergang vom Winter in den Frühling. Der streckt überall neugierig den Kopf aus der Erde. Streichelt mit Sonnenstrahlen die Grashalme auf den Wiesen. Frühmorgens herrscht noch Frost, mittags drängt sich die Wärme auf und lockt aus der Winterjacke. Auch anderes wird hervorgelockt: In den Vorgärten sind es Schneeglöckchen, Narzissen und Krokusse. Sie sind durchgebrochen ans Tageslicht, jeder ein kleines Kraftwerk aus Farbe, Nektar, lila Leuchten. Sie sonnen sich in ganzen Kolonien auf dem Rasen, ein paar Schritte weiter breitet sich ein Teppich aus gelben Winterlingen aus. Einige Vögel auf dem Baum vertonen diese hell leuchtende Farbsymphonie. Meine Laune macht Luftsprünge.

Morgens steige ich aufs Fahrrad, um zur Arbeit zu fahren. Manchmal höre ich: was, jetzt schon, der FrühFrühling wird mit Skepsis begrüßt – ob er sich wieder verflüchtigt, wie ein lockerer Besuch, eine lockere Bekanntschaft? Ich habe entschieden, dem zu vertrauen, was ich sehe und was im Moment ist: Warum nicht einfach schauen, was kommt?

Frühling ist Gottes Lachen, sein Humor, uns mit den kleinen Überraschungen Dankbarkeit zu entlocken, uns zum Lachen zu provozieren, uns zum Lieben zu verlocken. Wärme zu spüren. Wärme zu geben. Frühling ist in unseren Breiten seine Ausdrucksweise, unser Leben zu erhellen. In südlicheren Breiten und auf der südlichen Halbkugel ist der Frühling ein Atemholen, ein Aufblühen, bevor die Gluthitze des Sommers die Farben fahl und die Schatten hart macht. Mag sein, dass der frühe und warme Frühling auch hier die Klimaerwärmung ansagt. Damit wäre zu rechnen. Trotzdem: Ich nehme ihn erstmal als das, was er ist. Und genieße den Frühling. Solange er bleibt.